Altholzinsel

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Hier wurde 2016 ein kleines Waldreservat eingerichtet, eine sogenannte Altholzinsel. In diesem Gebiet dürfen die Bäume ungestört altern, bis sie absterben und sich am Boden zersetzen.

Eine Waldfläche von 2,35 ha wird hier ihrer natürlichen Entwicklung überlassen. Die Gemeinden Veytaux und Villeneuve, denen das Grundstück gehört, haben sich für einen Zeitraum von 50 Jahren dazu verpflichtet. Diese Massnahme wird vom Kanton Waadt gefördert, der den Ertragsausfall durch finanzielle Beiträge ausgleicht.

Mit der Einrichtung von Altholzinseln werden folgende Ziele verfolgt:

  • Die natürliche Dynamik des Waldes erhalten und gleichzeitig seine Funktionen sowie die Sicherheit der Wanderwege gewährleisten;

  • Totholz fördern, das für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten eine lebenswichtige Grundlage bildet.

Totholz steckt voller Leben

In Waldreservaten können Bäume bis zu ihrem natürlichen Tod altern. Alte und absterbende Bäume sowie Totholz bieten Tausenden von Tier- und Pflanzenarten, Pilzen, Moosen und Flechten einen Lebensraum. In der Schweiz hat sich die ökologische Qualität der Wälder seit den 1980er-Jahren deutlich verbessert. Immer mehr Waldbewirtschaftende setzen auf einen naturnahen Waldbau: Sie fördern die Vielfalt der Baumarten und Waldstrukturen, schaffen Altholzinseln und Totholzbereiche ausserhalb der Holzproduktion und richten Waldreservate ein.

Eine sehr seltene Flechte

In diesem Wald kommt die Lungenflechte vor. Diese seltene Flechtenart reagiert sehr empfindlich auf Luftverschmutzung und gilt als Indikator für naturnahe Wälder. Sie wächst auf alten Laubbäumen in höheren Lagen, insbesondere auf Bergahorn und Buche. Bereits seit dem Mittelalter ist sie bekannt und wird in der Naturheilkunde zur Herstellung von Mitteln gegen Lungenbeschwerden und Husten verwendet.

Die Lungenflechte steht auf der nationalen Roten Liste der Flechten und ist deshalb in der Schweiz geschützt (gemäss Art. 20 der Natur- und Heimatschutzverordnung, NHV). Sie darf ohne entsprechende Bewilligung nicht gesammelt werden, kann aber entlang des gesamten Weges beobachtet werden.

Unten: Lobaria pulmonaria, © Mathias Vust