Bestockter Weidebereich – Chli Sattel

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Bäume sind in Bergweiden von zentraler Bedeutung. Sie spenden dem Vieh Schatten, schützen den Boden vor Austrocknung, halten Wasser zurück und begrenzen die Erosion. Zudem schaffen sie Lebensräume und Beobachtungsposten für zahlreiche Arten. Vögel wie der Neuntöter oder der Baumpieper sind auf diese Landschaften angewiesen, in denen sich Wiesen und Gehölze abwechseln.

Mit der Klimaerwärmung nehmen Trockenperioden zu. Einige Bäume werden geschwächt und verschwinden, wodurch sich die Landschaft und das Leben, das sie beherbergt, allmählich verändern. Die natürliche Verjüngung bleibt schwierig, da junge Triebe häufig vom Vieh oder von Wildtieren abgefressen werden und Schnee ihre Ansiedlung erschweren kann.

Hier in Chli Sattel wurden auf einer von engagierten Eigentümerinnen und Eigentümern zur Verfügung gestellten Fläche junge Bäume gepflanzt. Ziel ist es, die Baumartenvielfalt zu erhöhen, insbesondere mit Laubbäumen, die besser an die zukünftigen klimatischen Bedingungen angepasst sind.

Durch Holzzäune geschützte Flächen, sogenannte Pflanzinseln oder Exclosures, ermöglichen es den jungen Trieben, zu wachsen, ohne vom Vieh oder von Wildtieren verbissen zu werden.

Dieses Projekt entstand dank des Engagements der Eigentümer – der Familie Pratley – sowie der Unterstützung des Regionalen Naturparks Gruyère Pays-d’Enhaut und von Forêt Gruyère.

Der Baumpieper

Früher in der ganzen Schweiz verbreitet, ist der Baumpieper heute seltener geworden und kommt vor allem noch in Bergregionen vor. Er bevorzugt halboffene Lebensräume mit Wiesen und einzelnen Bäumen, die reich an Insekten sind. Sein Gesang, der während seiner Balzflüge ertönt, hallt über den Weiden.